Gotische Pracht

In der Tatra zu sein und Zips nicht zu sehen ist so, wie in Rom zu sein, ohne den Vatikan zu besuchen. Zumindest kämen Sie um den faszinierenden Anblick, wenn Sie über den Hügel hinter Spisšký Štvrtok hinüberhüpfen. Hinter Ihrem Rücken verschwinden langsam die schneebedeckten Gipfel der Tatra, und vor Ihnen taucht eine mittelalterliche Stadt auf. Willkommen in Zips! Willkommen in Levoča!
Selbstverständlich können Sie den majestätischen Kalvarienberg über der Stadt Levoča nicht übersehen, die außerdem die populärste Pilgerstätte der bis heute immer noch sehr religiösen Slowakei ist. Aber sonst bewegte die Geschichte von Zips und Levoča früher die Gemeinschaft der Zipser Deutschen, die nach dem Tatareneinfall 1241 hierher kamen. Relativ schnell errichteten sie an der wichtigen Handelsstraße nach Polen eine Stadt, deren Reichtum in nichts hinter Košice und Krakau zurückstand. Dem entspricht selbstverständlich auch seine pompöse, vorwiegend im gotischen und Renaissance-Stil gehaltene Architektur, die auch auf der Liste des UNESCO-Kulturerbes steht. Sicherlich darf man den Dom des Hl. Jakob nicht übergehen, mit dem höchsten gotischen Altar der Welt von Baumeister Pavol aus Levoča, oder das wunderbare Renaissance-Rathaus mit seiner Sage über eine weiße Frau, und den prächtigen Prangerkäfig, den man möglicherweise auch heute gut gebrauchen könnte. Wir führen Sie heute auch zu den Orten, wohin der normale Tourist sonst kaum kommt. Wir führen Sie auf einen kleinen Spaziergang über die Stadtmauer. Sie werden das nicht bedauern.
Es ist klar, dass besonderer Reichtum durch etwas Besonderes beschützt werden muss, und das ist die Zipser Burg. Sie liegt nicht weit entfernt, und wir werden sie am Nachmittag aus der Nähe anschauen. Sie müssen selbst beurteilen, ob Sie irgendwann einen größeren mittelalterlichen „Moloch“ gesehen haben. Wir können Ihnen nur sagen, dass es nördlich des Rheins keinen gab. Jedenfalls wird der Spaziergang dort sehr interessant, die Aussichten in die Umgebung wunderbar, und wir sind überzeugt, dass auch einige Bilder von der Burg und der Umgebung als Ganzes den Weg in Ihre Fotoalben finden werden. Ihre imposante Erscheinung, welche die weite Umgebung schon mehr als 800 Jahre krönt, wird oft von Filmemachern verwendet, wenn sie Märchenfilme drehen.