Die schöne und harte Welt der Goralen

 Heute machen wir uns auf nach Zamagurien, die Gegend, deren Einwohner schon keine ganzen Slowaken mehr sind, aber auch noch keine Polen. Sie sind einfach „Goralen“.  Die einzigartige Landschaft ist immer ein wenig „hinter dem Rücken Gottes“. Eine Gegend, die ehemals völlig abgelegen und unzugänglich war. Möchten Sie einen Beweis? Die Kartäuser (ein Mönchsorden mit härtesten Regeln) haben sich der Einsamkeit verschrieben und so einen Ort in Zamagurien für ihre Meditationen ausgesucht. Übrigens wird gerade hier im Roten Kloster unser Programm anfangen. Wir wissen nicht, ob der berühmte Bruder Cyprian wirklich geflogen ist, wie die Sagen berichten, aber sicher ist, dass es ein gebildeter Mensch war, versiert in Medizin, der die lokale Apotheke weit und breit berühmt machte. Die lokale Aphoteke, übrigens im Wettstreit mit der Bratislavaer Apotheke „Zum rotem Krebs“ um den Titel der ältesten Apotheke Mitteleuropas, wird bestimmt Ihr Interesse wecken. Sie ist so klein und nett. Übrigens wie alles im Kloster – die Zellen der Mönche, die Kirche, „der Paradiesgarten“. Die Kartäuser und nach ihnen die Kamaldulensermönche haben nun wirklich nicht an Luxus gedacht. Nicht weit von den Klosternmauern werden wir auf ein Floß steigen, um eine Fahrt zu absolvieren, die für jeden Touristen „Pflicht“ ist. Die Fahrt über die reißenden Wässer des Dunajec durch die wunderschöne Naturlandschaft des Pieninen-Nationalparks. Die einheimischen Flößer werden während der Fahrt sicherlich noch einige Geschichten zu erzählen haben, zum Beispiel darüber, was die Meeresmuscheln auf ihren goralischen Hüten zu bedeuten haben. Auf der Rückfahrt werden wir in der freien Königsstadt Kežmarok anhalten, wenn Sie sich nicht auf einer der Almen mit dem Melken eines Schafsbocks aufgehalten haben. Anschauen können Sie sich mindestens zwei architektonische Schmuckstücke – die Renaissanceburg und die evangelische Holzkirche, die auf der Liste des Kulturerbes steht. Na, und sicher werden Sie beim Spaziergang durch das Städtchen die vielen kleinen Geschichten amüsieren, die davon erzählen, was die Bürger von Kežmarok und Levoča sich alles während ihres 150-jährigen Krieges angetan haben.