Die von der Donau an sich erhebenden Hügel der Kleinen Karpaten bilden den eigentlichen Anfang des 1400 km langen Karpatenbogens. Sie gehören unzertrennlich zu Bratislava, so wie das Meer zu Venedig gehört. Heute werden sie von Stadtbewohnern als beliebtes Ausflugsziel genutzt, aber der mittelalterlichen Stadt lieferten die Kleinen Karpaten Holz zu Stadtentwicklung, Trinkwasser zum Überleben und überhaupt eine nicht zu vernachlässigende Einkommensquelle. Am Fuß eher hügeligen Gebirges gedeiht seit Urgedenken Wein und in einem relativ eng gefassten Streifen mit dem Durchmesser von 40 km, der bis zu Trnava reicht, entstanden zahlreiche Winzerdörfchen und-städtchen. Der Weinanbau ist zwar schon lange nicht mehr „die“ Einkommensquelle für die meisten Bewohner, aber die Tradition hat genauso tiefe Wurzeln wie die Weinstöcke in den Kleinen Karpaten. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden sie fast alle von Reblaus zerstört, nicht gerade ertragsreich waren auch die 40er Jahre des sozialistischen Planungswahnsinns und heute haben sie einen starken Gegner in der Gestalt der anmaßenden Developerprojekte. Noch trotzen sie tapfer dem allseitigen Druck und so haben auch wir noch die Ehre, am jahrhundertelangen Streit teilzunehmen und abzustimmen, ob der Limbacher Silvaner, Preßburger Riesling oder sogar der Mährische Veltliner dem Gaumen am besten schmeichelt. Die Bewohner von Sankt Georgen sind gelassen, denn der beste Wein sei sowieso ihr „Samotok“ (dem Tokajer ähnlich) und die Bewohner von Rača merken dabei nur nebenbei an, dass ihre Frankovka schon von Maria Theresa bevorzugt wurde – und die hatte ja bekanntlich allerlei zur Auswahl. Fazit: Es bleibt uns nichts anderes übrig als von allen Sorten zu probieren und obendrauf noch die slowakischen Rebsorten wie Devín oder Dunaj hinzufügen, die Erfolge auf internationalen Winzermessen ernten. Also los zur Weinprobe, die natürlich in einem der hiesigen Weinkeller stattfindet. Am besten munden die lokalen Weine, wenn sie vom Winter in hübsch verzierten Krügen serviert werden, die aus einer der einheimischen Manufakturen stammen. Eine dieser Manufakturen werden wir auch besuchen, denn die Keramikproduktion ist eine zweite wichtige Tradition dieser Kleinkarpatenregion.

Besuch einer Majolikmanufaktur                                                                                                                                                                           (Preis p.P.: 4.-EUR)
In der Entwicklung der Töpferei spielten die Nachkommen der „Habaner“ im 16. Jahrhundert eine bedeutende Rolle. Die slowakischen „Habaner“ waren die Nachfolger der eingewanderten Hutterer, einer täuferischen Gemeinschaft, also der radikalreformatorisch-christlichen Bewegung des 16. Jahrhunderts, die auf Ulrich Zwingli bzw. Jakob Hutter zurückgeht. Sie mussten ihre Heimat verlassen und gelangten in das damalige Ungarn. In ihren legendären Töpferwerkstätten (eine der ersten datiert vom Jahr 1610) fertigten sie schöne glasierte Töpferwaren – die „Majolika Fayence“. Bei einer Besichtigung machen wir uns nicht nur mit dem gesamten Fertigungsprozess bekannt (von Lehmaufbereitung übers Dekorieren bis zum Brennprozess), sondern erproben wir auch unsere eigene Kreativität an der Töpferscheibe und können sogar ein Mitbringsel selbst töpfern.

Weinverkostigung  in Kleinen Karpaten   (4 verschiedene Weine)                                                                                                                   (Preis p.P.: 6.-EUR)
Ganz sicher eine der Hauptattraktionen der Region ist die Weinprobe in einem der Weinkeller der Region. Jedes Winzerdörfchen, Weingut oder Winzerei zeichnet sich durch eigene Spezialität aus. Hinzu kommen Riesling, Silvaner, Veltliner und Frankovka sowie eine der slowakischen Rebsorten wie Devín oder Dunaj und der Abend wird unvergesslich.

Eintritt zu Burg Rotenstein /Červený Kameň                                                                                                                                                       (Preis p.P.: 7.-EUR)
Aus großer Anzahl der Eigentümer seien an dieser Stelle nur zwei Familien erwähnt. Im 16 Jhd. gehörte die Burg dem deutschen Geschlecht der Fugger (richtig, denjenigen aus Augsburg), die den Kupferhandel in Neusohl/Banská Bystrica kontrollierten und die ursprünglich mittelalterliche Burg in eine mächtige Renaissancefestung und Warenlager umbauten. Dass sie ihr Eigentum gut schützten, sieht man noch heute in den erstaunlichen Kellerräumen, die Sie sicher beeindrucken werden. Als sich Nikolaus II. Pálffy in Maria Magdalena Fugger (oder in ihr Vermögen?) verguckte, folgte 1588 Hochzeit und die Festung übernahm eines der wohlhabendsten Adelsgeschlechter in Österreich-Ungarn – die Familie Pállfy von Erdőd. Die machten aus Bibersburg ihren Familiensitz und besaßen die Burg ehrenwerte 375 Jahre. Nach 1945 entstand auf der Burg Červený Kameň eine einzigartige Sammlung aus dem Mobiliar vieler anderer Burgen und Schlösser, das hier gebracht wurde. Die Sammlung repräsentiert die Innenausstattung der Adelshäuser seit dem Ende des 15. bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts. Im Rahmen der Besichtigung besuchen wir auch die einzigartige Burgapotheke, die Mariä-Himmelfahrt-Kapelle, das Waffenkabinett sowie die bereits erwähnten Kellerräum

Brotzeit zwischendurch                                                                                                                                                                                             (Preis p.P.: ab 9.-EUR)
Es erwartet Sie hervorragende Auswahl an Schinken und Wurstsorten, Aufstrichen, Schlachtspezialitäten, allerlei Käsesorten sowie ein einfaches Brot mit Schmalz und Zwiebeln. Alles garantiert hausgemacht!

Mittag-/Abendessen in den Kleinen Karpaten                                                                                                                                                     (Preis p.P.: 16.-EUR)
Als würdiger Abschluss Ihres Besuchs in den Kleinen Karpaten eignet sich nichts besser als ein köstliches Abendessen in einem der Weinkeller hiesiger Weinbauorte. Ein Glas gut gekühlten Wein nach heißem Tag und die traditionellen Gerichte sorgen für gute Laune und schöne Erinnerungen. Zur Wahl stehen neben dem klassischen touristischen Menü zwar auch gebratene Ferkel oder Schlachtteller, von der lokalen Tradition  wird jedoch was „Gefedertes“ empfohlen.

Ente in der Hauptrolle
Entensuppe mit Nudeln
Gebratene Entenschenkel, 2 Kartoffelplätzchen, 1 Knödel und gedünsteter Kohl
Hausgemachter Strudel mit Sauerkirsch-Mohn- oder Apfel-Nussfüllung