Burgenland – Sonnenseite Österreichs

Sollte man die Region um den Neusiedler See und Burgenland an sich mit einem Wort beschreiben, dann wäre es Beschaulichkeit. Die beschauliche Landschaft, für die vor allem der einzigartige Steppensee typisch ist, gewinnt die Herzen der Besucher. Der größte abflusslose See in Mitteleuropa, dessen Tiefe 1,8 m nicht übersteigt, hat je nach Wasserstand Fläche durchschnittlich 320 km² (ein Teil liegt in Ungarn), wobei etwa die Hälfte davon mit Schilf bewachsen ist. Die Schilfrohrfelder sind an manchen Stellen bis einige Kilometer breit und beherbergen auch eine vielfältige Vogelwelt. Zu den beliebtesten Vögeln zählen die Störche, die zusammen mit Weinbergen als Wahrzeichen des Bundeslandes gelten. Und irgendwie gehören sie zusammen, denn Storchennester finden sich zuhauf in kleinen entlang des Sees zerstreuten Weinbergdörfern. Hier fühlt man sich dank der ruhigen entspannten Atmosphäre und der authentischen Architektur hundert Jahre in Vergangenheit versetzt. Unverwechselbare Dorfhöfe dienen bis heute als Wohnbereiche und ein großer Teil von ihnen erfüllt auch wirtschaftliche Funktion. Nicht umsonst wurde die Region im Jahre 2001 zum UNESCO-Welterbestätte erklärt. Neben der einzigartigen Landschaft und der originellen Dorfarchitektur wurden auch burgenländische Schlösser als Kulturgut von unbezifferbarem Wert berücksichtigt: Esterhazy-Familiensitz in Eisenstadt, seine sommerliche und ebenfalls pompöse Variante in Fertöd (nicht umsonst auch als das ungarische Versailles bezeichnet) sowie die Stadt Sopron. Prunkvolle Monumente, barocke Pracht, mittelalterliche Gassen und einzigartige Denkmäler entführen den Zeitgenossen auf eine Zeitreise. Nicht zu vergessen ist der Wein in vielerlei Variationen, der am besten mit regionalen Gerichten in einem der authentischen Buschenschenke schmeckt. Nun wird die burgenländische Beschaulichkeit wirklich komplett.

Schloss Eisenstadt/Schloss Fertód
Beide Baujuwelen sind mit dem fürstlichen Geschlecht Esterházy verbunden, das von Anfang des 18. Jhd. bis Mitte des 19. Jhd. zweifellos das mächtigste ungarische Geschlecht war.

Schloss in Eisenstadt                                                                                                                                                                                                  (Preis p.P.: 10.-EUR)
Die ursprünglich gotische Burg ging in den Besitz der Familie im Jahr 1649 über und wurde von ihr in ein Barockschloss umgebaut. Esterhazys, die ursprünglich vom slowakischen Galanta stammten, haben die Nähe von Wien gesucht und ihren Sitz nach Eisenstadt verlegt. Hundert Jahre später wurde das Schloss im klassizistischen Stil umgestaltet und gewann seine heutige Empire-Eleganz. Die Kunstliebhaber werden wissen, dass mit Eisenstadt auch der Name von Joseph Haydn verbunden ist. Der geniale Musiker wirkte hier im Dienst der Fürsten sein ganzes Leben.

Schloss in Fertöd                                                                                                                                                                                                          (Preis p.P.: 10.-EUR)
Die Familie Esterhazy war so reich, dass sie ruhig mit so mancher Herrscherfamilie konkurrieren konnte. Genau nach dem Motto „was der Kaiser kann, kann ich auch“ begann der Kunst- und Schönheitsliebhaber Miklos I. mit dem Bau einer Residenz, die mit Herrscherpalästen durchaus vergleichbar war. Als Vorbild diente ihm eine der größten und vornehmsten Palastanlagen Europas und so wird das Schloss Fertöd auch „das ungarische Versailles“ genannt.

Schifffahrt am Neusiedler See                                                                                                                                                                                (Preis p.P.: ab 8.-EUR)
Zur Auswahl stehen uns hier mehrere Möglichkeiten. Entweder besuchen wir im Rahmen des Linienverkehrs die eine oder die andere Seegemeinde oder absolvieren eine Tour durch das Schilfrohr-Labyrinth. Das Nationalparkzentrum in Illmitz wird dabei Magnet für die Naturliebhaber sein.

Abendessen im Buschenschank                                                                                                                                                                            (Preis p.P.: ab 13.-EUR)
In einem authentischen Buschenschank dürfen ausschließlich kalte Speisen und hausgemachte Mehlspeisen serviert werden. Das typische Buschenschank-Gericht besteht aus Aufschnitt (Geselchtes, Schweinsbraten, Schinken, Trockenwürstel, Speck, Lendbratl, Selchwürstel) und Aufstrichen (etwa Verhackert, Leberstreichwurst, Grammelfett, Bratfett, Kürbiskernaufstrich), die mit Kren- und Schwarzbrot auf einem Holzbrettl serviert werden. Der Bauer darf im Buschenschank Getränke anbieten, die aus eigener Produktion stammen bzw. von bäuerlichen Betrieben zugekauft werden: Wein, Sturm, Traubenmost und Traubensaft, Obstwein und Obstmost sowie selbstgebrannte Spirituosen.