Gipfel der Hohen Tatra

Lange Zeit wurde gestritten, welcher der Tatra-Gipfel der höchste ist. Es gab zwei prominente Kandidaten – den Kriváň (Krummen) und die Lomnitzer Spitze. Wissenschaftliche Messungen am Anfang des 19. Jhdts brachten aber schockierende Neuigkeiten. Der Krumme schaffte es nicht Mal unter die 25 höchsten Gipfel -so viele erreichen in der Tatra die Höhe von mindestens 2500m. Dank seiner unvergleichlichen Silhouette blieb dieser Gipfel jedoch eines der markantesten Symbole der Slowakei, seiner Beliebtheit hat es also nicht geschadet. Die Lomnitzer Spitze schaffte es immerhin auf Platz drei der neu erstellten Liste. Lange musste dieser Gipfel, von Einheimischen liebevoll auch „der Opa“ genannt, um seine besondere Stellung nicht trauern. Im Jahre 1940 wurde eine Seilbahnstation auf seiner Spitze gebaut und die Touristen machten den Gipfel weltbekannt. Der Sieger des Wettbewerbes um den höchsten Gipfel der Hohen Tatra war so überraschend, dass ihn die Öffentlichkeit 50 Jahre lang ignoriert hat. Aber dieser lange vernachlässigte Gipfel hat seine besondere Stellung verteidigen können, als es darum ging, welcher Gipfel der höchste im gesamten, 1400 km langem Karpatenbogen ist. Sein Triumpf kam ihm aber teuer zu stehen. Denn der höchste Gipfel der Karpaten wurde zuerst in den Franz-Joseph-Gipfel umgetauft und später musste er sich sogar mit dem Namen Stalin-Spitze herumplagen. Sein Schicksal war also ein treues Abbild der politischen Entwicklung des Landes, welches sich an seinen Füßen erstreckt. Heute trägt er wieder den Namen des kleine Dorfes, welches er so imposant überragt.

Siedlungen der Hohen Tatra

Von den drei bekanntesten Tatrasiedlungen – Štrbské Pleso, Starý Smokovec, Tatranská Lomnica- kann sich mit dem Titel der ältesten die Ortschaft Starý Smokovec rühmen. Am Anfang wurde die Siedlung als ein Kurort bekannt. Der Zipser Graf Csáky ließ im Jahre 1793 eine Jagdhütte an der hiesigen Mineralquelle bauen. Über 80 Jahre gab es in der Tatra nur diese eine Ortschaft, aber am verregneten 8. Dezember änderte sich alles. Damals erschien am Bahnhof von Poprad die erste fauchende Dampflokomotive und machte bekannt, dass eine neue Ära in das Tal unter der Tatra angekommen ist. Ein Jahr später baute der Graf Szentiványi auf seinen Jagdgründen eine Blockhütte und gründete somit den Ort Štrbské Pleso. Als letztes wurde im Jahre 1892 das Projekt der Siedlung Tatranská Lomnica ins Leben gerufen. Diese Lieblingsprojekt des Ungarischen Staates hat sehr früh viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen können. Nach dem Bau der Seilbahn auf die Lomnitzer Spitze (Ende der 30-er Jahre) gab es keine Zweifel mehr, welche Ortschaft die Königin der Tatra genannt werden kann. Das Schicksal was jedoch auch dem Ort Štrbské Pleso gut gesinnt, denn 1970 wurde die Hohe Tatra zum Austragungsort der Weltmeisterschaften in nordischen Disziplinen. Für die damalige Tschechoslowakei war es eine Frage von Prestige und deshalb hat man ein ganz neues Areal für Wintersportaktivitäten (Langlaufstrecken und Skisprungschanzen) dank genug vorhandener freier Flächen gerade diesem Ort gebaut. Somit schaffte es auch diese relativ kleine Siedlung mit einem wunderschönen Bergsee die Hohe Tatra bekannt zu machen und hunderttausende von Besuchern anzulocken.